Längerfristige Zinsen könnten steigen

Mit ihrer Ankündigung, die Aufkäufe von US-Staatsanleihen quasi zu einer Dauereinrichtung zu machen, hat die amerikanische Zentralbank 2 Botschaften gesendet: 1. hat sie bestätigt, dass sie sich Sorgen um die Nachhaltigkeit des Konjunkturaufschwungs macht und das Abgleiten in die Deflation als Gefahr sieht.
2. möchte sie nicht nur die kurzfristigen Geldmarktzinsen nahe Null belassen, sondern versucht, auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen nach unten zu bewegen. Ich bezweifle jedoch, dass mit 2,75% Zins für zehn Jahre das Risiko der USA richtig bewertet ist. Sollte das Vertrauen kippen, werden die ausländischen Gläubiger der USA höhere Risikoaufschläge fordern. Damit könnten die längerfristigen Zinsen weltweit signifikant steigen. Auch wenn kurzfristig der aktuelle Zinsrückgang die Banken zur Senkung der Baufinanzierungskonditionen zwingt, sollten Sie nicht vergessen, dass eine Baufinanzierung häufig 25 Jahre läuft. Diesen Zeitraum heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern, kann kein Fehler sein.

Nächste Woche sollten sich nach den Anpassungen der Banken sehr attraktive Konditionen ergeben. Ich empfehle, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen.

Zinstendenz:
kurzfristig (1-2 Wochen): abwärts
mittelfristig (3 Monate): aufwärts

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