Steigende Zinsen in Deutschland?

Kurz nach der Entscheidung Irlands, ein Rettungspaket bei der EU zu beantragen, haben sich die Märkte Anfang letzter Woche auf Portugal und Spanien fokussiert. Die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen sind bereits so weit gestiegen, dass für die Regierung Portugals die Refinanzierung über den Rettungsschirm attraktiv erscheint. Deshalb ist davon auszugehen, dass auch Portugal in den nächsten Wochen unter das Diktat der EU und des IWF fallen wird. Der Fehler in der Konstruktion des Euro kommt damit immer mehr zum Vorschein: Eine Währung und ein gemeinsames Zinsniveau wurden über weitgehend inhomogene Volkswirtschaften gelegt, ohne gleichzeitig die steuerlichen, budgetären und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen ebenfalls zu harmonisieren. Das hat zu extremen Fehlentwicklungen in einzelnen Staaten geführt. Leider auch in Spanien. Der dortige Zusammenbruch des Immobiliensektors hat das Land mit 20% Arbeitslosigkeit, 30% Jugendarbeitslosigkeit und 50% Minderverdienenden zurückgelassen. Der Bankensektor ist nicht wirklich stabil und die bisherigen Reformansätze sind viel zu zaghaft. Deshalb ist das Misstrauen der Investoren gegenüber Spanien verständlich. Sollte der Druck auf Spanien, das immerhin 12% der Eurozone darstellt, unerträglich werden, kann es nur zwei Alternativen geben: Entweder der endgültige Schritt zu einer Transferunion bei der nur noch wenige Zahler, allen voran Deutschland, übrig bleiben. Oder ein Auseinanderbrechen in einen Kern- und Peripherie-Euro. Da die zweite Variante politisch undenkbar ist, wird es wohl auf Variante 1 hinauslaufen. Die Folge werden höhere Kreditzinsen ebenso für die Geberländer sein.

Für Sie bedeutet dies, nicht mehr auf sinkende Zinsen zu spekulieren, sondern für Sicherheit zu sorgen.

Zinstendenz:
kurzfristig (1 – 2 Wochen): seitwärts
mittelfristig (3 Monate): aufwärts

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