Zinsen steigen

Seit Wochen ist der Focus sehr stark auf die Entwicklung der Euroländer-Krise gerichtet. Kreditkunden sollten allerdings die Stimmungsänderung am amerikanischen Zinsmarkt nicht außer Acht lassen. Denn der europäische Zinsmarkt korreliert eng mit dem amerikanischen. Seit der Chef der US-amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, die zweite Runde “Gelddrucken” verkündet hat, steigen die Renditen der Dollaranleihen  an. Die Rendite der 5-jährigen hat sich fast verdoppelt und die 10-jährigen sind um rund 1,40 Prozentpunkte angestiegen.  Das hat neben den spezifischen Europroblemen entsprechende Auswirkungen auf deutsche Bundesanleihen. Deshalb rechne ich in den nächsten Monate mit weiter ansteigenden Baugeldzinsen. Korrekturen, die immer wieder auftauchen können, sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Zinstrend inzwischen nach oben zeigt.

Deshalb empfehle ich, zwischenzeitliche Zinsdellen zur Festschreibung der Konditionen zu nutzen. Denn auf sinkende Zinsen zu spekulieren, halten ich im Hinblick auf die oben beschriebenen Entwicklungen für Immobilienkäufer und für Anschlussfinanzierer für gefährlich. Ich rate, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Grundsätzlich ist bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2% bis 3% ratsam, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind aus diesem Grund derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen.

Zins-Tendenz
kurzfristig (1 – 2 Wochen): seitwärts
mittelfristig (3 Monate): aufwärts

Dieser Beitrag wurde unter Zinsen veröffentlicht.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.