Zinsen steigen

Wie letzte Woche von mir prognostiziert, hat sich der Aufwärtstrend bei den Zinsen fortgesetzt. Gute Kennzahlen und Prognosen für die Wirtschaft in Deutschland lassen die Erwartungen auf ein starkes Wirtschaftswachstum in 2011 und 2012 steigen. Insgesamt treibt ein starke Weltkonjunktur aber auch die Preise für Rohstoffe und Energie und führt zu steigenden Inflationserwartungen. Gleichzeitig bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank sehr locker, da man dort vor allem die eher schwache US-Wirtschaft im Blick hat.  Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steigt noch nicht auf die Bremse. Die großen Unterschiede zwischen den wachstumsstarken Ländern Deutschland, Holland und Österreich einerseits und den wachstumsarmen Ländern mit hohen Defiziten und Strukturproblemen andererseits, zu denen auch Frankreich und Italien gehören, machen es für die EZB sehr schwer, die richtige Zinspolitik zu finden.

Die Zinsen steigen also in Deutschland, sind allerdings meines Erachtens im Vergleich zum Wirtschaftswachstum immer noch sehr niedrig. Für den deutschen Immobilienmarkt bedeutet dies starken Rückenwind nach fast 15 Jahren der Stagnation. Höhere Beschäftigung, höhere Einkommen und das steigende Interesse an Sachwerten führen zu steigendem Kaufinteresse. Da diesem Interesse ein immer noch sehr zurückhaltender Immobilien-Neubau gegenübersteht, steigen die Preise für Bestandsimmobilien inzwischen auf breiter Front. Und auch die Mieten werden von den Vermietern nach oben genommen. Damit wird klar, dass die Aussichten für die nächsten Jahre für Immobilienbesitzer und -käufer sehr gut sind. Da darf man sich von den zuletzt schon gestiegenen Zinsen nicht verunsichern lassen – diese spiegeln nur die verbesserten Wachstumsaussichten wider. Im historischen Kontext liegen die Baugeldzinsen immer noch im untersten Bereich.

Zins-Tendenz
kurzfristig (1 bis 2 Wochen): aufwärts
mittelfristig (3 Monate): aufwärts

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