“Machen” die Notenbanken niedrige Zinsen?

Seit 3 Jahren stellen die Notenbanken quasi unbegrenzte Liquidität für das Bankensystem zur Verfügung und kaufen gleichzeitig Staatsanleihen und Bankschuldverschreibungen auf.

Begonnen hat das Desaster mit dem Crash am amerikanischen Immobilienmarkt und den daraus entstandenen Verlusten bei Banken. Mit der Rezession im Jahre 2009 wurde aufgedeckt, wie schlecht das gesamte System der Staatenfinanzierung aufgebaut ist. Konjunkturpakete und Bankenrettungen haben in einigen Staaten die Haushaltsdefizite explodieren lassen. In den Ländern mit den schwächsten fundamentalen Wirtschaftsdaten sind die extremsten negativen Entwicklungen zu verzeichnen. Ohne die Eurozone und den Rettungsfonds EFSF wären die Staaten Griechenland, Irland und Portugal bereits bankrott.

Nun muss man sich allerdings fragen: Wie lange können die “starken” Länder der Eurozone diese extremen Belastungen tragen?  Spanien und Italien müssen jeweils mehr als 100 Mrd. Euro für den Rettungsfonds EFSF aufbringen, obwohl sie selbst fast schon gerettet werden müssen. Auch Frankreich kommt immer stärker unter Druck. Schlechte Wirtschaftsdaten, angeschlagene Banken und faule Kredite bei den Kommunen, die zur Abwicklung der Staatsfinanzierungsbank Dexia führen, lassen eine Rating-Herabstufung Frankreichs erwarten. Bleibt dann nur noch Deutschland als starkes Land übrig?

EZB nur noch Handlanger der Politik?
Gleichzeitig schwächt sich weltweit schon wieder die Konkunktur ab und weitere Konjunkturpakete auf Schuldenbasis sind nicht mehr darstellbar. Um die Zinsen der Staatsschulden bezahlen zu können ist die Politik an niedrigen Zinsen interessiert. Deshalb baut die Politik in Richung Notenbanken Druck auf. In Japan und in den USA ist das schon lange so. Bei der Deutschen Bundesbank wäre das unmöglich gewesen und die Europäische Zentralbank (EZB) blieb ebenfalls lange standhaft.

Die direkte Käufe von Anleihen durch die EZB wurden als einmaliges Programm dargestellt. Gestern wurde eine Neuaufnahme dieses Programms angekündigt! Damit ist klar, dass es zum Dauerauftrag wird, um die Zinsen unten zu halten – nach dem Vorbild der amerikanischen Notenbank. Unbegrenzte Liquiditätsversorgung für die Banken hat der EZB-Präsident Trichet angekündigt – zwei Tage nachdem von der Politik Maßnahmen zur Stützung der europäischen Banken in Aussicht gestellt wurden. Das sieht ja fast nach einer Befehlskette aus. Und zur Erinnerung: Mit Weber und Stark sind die letzten Bundesbanker klassischer Prägung aus dem Machtzentrum der europäischen Geldpolitik ausgeschieden. Mit Weidmann, Asmussen und Draghi kommen Leute aus der Politik….

Es ist zu erwarten, dass diese Akteure die kurzfristigen Zinsen tief halten werden und sie alles versuchen werden, die langfristigen Zinsen ebenfalls tief zu halten – analog der Strategie in den USA. Damit wird Zeit gewonnen, um die Staatsdefizite finanzieren zu können. Bei Inflationsraten von 3 % bedeutet das für die Sparer eine negative Realverzinsung.

Immobilienkäufer profitieren von den historisch niedrigen Zinsen
Positive Auswirkungen haben die niedrigen Zinsen für das Baugeld. Nutzen Sie diese Chance mit einer Investition in Immoblien und damit Substanz. Wichtig ist dabeit, die aktuell niedrigen Zinsen für höhere Tilgungen und damit für eine schnellere Entschuldung zu nutzen.


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