Steigende Hypothekenzinsen zum Jahresende?

Der Druck auf die deutsche Politik nimmt täglich zu:

  • Die Anleger auf den Finanzmärkten treiben die Renditen in Spanien und Italien zu neuen Höchstständen und erzwingen damit kurzfristige Antworten der Politik.
  • Die europäischen Politiker drängen Deutschland, seine gewohnten Prinzipien aufzugeben. Nicolas Sarkozy kämpft um die Wiederwahl bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und versucht den eigentlich unmöglichen Spagat zwischen Verschonung seiner Wähler und Sparmaßnahmen, die das AAA-Rating für Frankreich retten könnten. Einen Ausweg hat er gefunden: Die Europäische Zentralbank (EZB) macht die Schleusen auf und stellt damit sicher, dass alle Euroländer ihre Staatsfinanzierung durch Aufkäufe der EZB sichern können.

Meiner Meinung nach wird Sarkozy das Speil gegen Angela Merkel gewinnen. Was nicht gut ist. Und was passiert dann mit den enormen Staatsschulden? Das Projekt “weginflationieren der Schulden” wird gestartet. Die USA machen das schon seit zwei Jahren vor. Die Notenbank setzt die kurzfristigen Zinsen auf Null und manipuliert dann auch die langfristigen Zinsen für Staatsanleihen durch massive Aufkäufe gegen Null. Damit finanziert der Staat sich zu minimalen Kosten und kann auch eine exorbitante Staatsschuld locker bedienen. Parallel steigen die Preise durch eine immer größere Geldmenge, die im Umlauf ist (die Notenbank druckt ja schließlich Geld, um die Staatsanleihen kaufen zu können). Inflation entsteht.

Wer verliert dabei? Jeder Sparer. Egal ob er direkt Staatsanleihen mit extrem tiefer Rendite kauft, einen Rentenfonds, eine Kapitallebensversicherung oder ein Tagesgeld- oder Sparkonto bei der Bank hat. Schon jetzt handeln deutsche Bundesanleihen mit einjähriger Laufzeit bei 0% Rendite. Zehnjährige Bundesanleihen liegen knapp über 2%. Rechnet man davon noch die Steuer ab, bleiben bestenfalls 1,5% übrig bei jetzt schon 2,5% Inflationsrate in Deutschland. Das Spiel hat also schon begonnen.

Sofern die Schleusen der EZB in den nächsten zwei Wochen geöffnet werden, dann sollte das zu fallenden Zinsen in den Krisenländern führen, während die Zinsen für längere Bundesanleihen vorerst deutlich steigen könnten, da viele Investoren ihre spekulativen Positionen “Short Krisenländer – long Bundesanleihen” schließen würden. Ein deutlicher Anstieg der Baugeldkonditionen gegen Jahresende könnte die Folge sein. Mittelfristig gehen ich aber davon aus, dass die EZB alles daran setzen wird, die Zinsen sehr tief zu halten.

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