Historisch tiefe Zinsen

In den vergangenen Wochen sind die Zinsen am deutschen Kapitalmarkt auf  historischem Tiefpunkt geblieben. Die Details zum Schuldenschnitt in Griechenland haben die Marktteilnehmer in ihrer Vermutung bestätigt, dass Investments in Staatsanleihen schwacher Euro-Länder, zumindest für private Käufer, sehr riskante Geldanlagen sind. Denn der Schuldenschnitt trifft sie voll. Warum sollten private Anleger dann in Zukunft schwächeren Ländern überhaupt noch Geld leihen? Das hält die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen weiterhin hoch und damit die Zinsen tief.


Es ist schon sehr erstaunlich: Die Politiker, die vor 18 Monaten Investoren und Banken dazu aufgefordert haben, Griechenland zu finanzieren und auf die Prognosen der EU-Kommission und des IWF zu vertrauen, haben jetzt zu Lasten genau dieser privaten Gläubiger die Entschuldung von Griechenland in Gang gesetzt. Eigentlich handelt es sich um einen Staatsbankrott. Meines Erachtens wird es jetzt die nächsten Jahre so weiter gehen. Ein schwaches Land nach dem anderen – vermutlich wird Portugal das nächste Land sein – wird auf diese Weise versuchen die Staatsschulden zu reduzieren und im Euro drin zu bleiben. Da allerding mit den begleitenden Sparpaketen die jeweiligen Volkswirtschaften total stranguliert werden, werden diese Schuldenschnitte am Ende doch nicht ausreichen und der Austritt aus dem Euro wird kommen.

EZB unterstützt Politik

Was vor Jahren noch undenkbar war: Der wichtigste Verbündete der Politik ist zwischenzeitlich die EZB geworden. Mit der gestrigen Zuteilung von 530 Mrd. € für drei Jahre zu einem Zinssatz von 1 % an über 800 Banken, hat die EZB den Banken nun mehr als 1.000 Mrd. € Liquidität fast umsonst zur Verfügung gestellt. Und wie zuletzt werden sich viele dieser Banken dankbar erweisen, indem sie spanische, italienische und französische Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu drei Jahren kaufen und sich über die sicher verdiente Zinsmarge freuen. So kann man Staaten finanzieren, Zinskosten für diese Staaten senken und gleichzeitig seinen Banken zu mehr Gewinn verhelfen. Und wo kommen  diese 1.000 Mrd. € der EZB eigentlich her? Sie kommen aus dem Nichts, sie sind lediglich ein Eintrag in der Bilanz der EZB. Das nennt man “Geld drucken”. Die Frage ist nun: Wann führt das Ganze zum Kollaps?

Wie kann nun das Problem gelöst werden? Entweder Spardisziplin – was in Europa eigentlich nur Deutschland einfordert. Oder Inflationierung – fast alle anderen EU-Länder präferieren diesen Weg, da sie sich dadurch harte Reformen ersparen. Das Problem wird dann an die Sparer und Gläubiger weitergereicht. England macht es schon vor mit Inflationsraten von 5% und Zinsen von 2%.

Tiefe Zinsen langristig sichern

Die Zinsen für Baugeld sind auf historisch tiefem Niveau mit nur wenig Spielraum nach oben.  Damit sind in Deutschland weiterhin die Immobilienkäufer mit ihren Finanzierungen die großen Gewinner der Euro-Krise. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise in vielen strukturstarken Gebieten ansteigen. Ohne die Krise wären die Zinssätze in Deutschland, im Hinblick auf die Entwicklung unserer Konjunktur  zumindest 2-3 Prozentpunkte höher. Nutzen Sie die historische Chance zur Sicherung langfristiger Tiefzinsen.
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