Das Ende der “Deutschen Bundesbank”

Finanzierung des Staats mit der “Notenpresse
Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 6. September 2012 wurde die Ära der unabhängigen Notenbank-Politik in Europa endgültig beendet. Die Aussage des EZB-Präsidenten Mario Draghi, künftig unbeschränkt Staatsanleihen von Euro-Krisenländern aufzukaufen und damit den Euro um jeden Preis zu verteidigen, bedeutet die Aufgabe des Ziels der Geldwertstabilität. Damit steigt die EZB endgültig in die Staatsfinanzierung ein. Die EZB wird jetzt “ohne Ende” Geld drucken und den Krisen-Staaten helfen, da private Geldanlagen seit vielen Wochen keine Bereitschaft mehr zeigen, die Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen. Da die Politiker keinen Weg gefunden haben , das verlorene Vertrauen wieder herzustellen, wird jetzt die “Notenpresse” angeworfen. Ungefähr 20 Jahre nach dem Maastrichter Vertrag, der eine europäische Zentralbank nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank schaffen sollte, ist damit das erfolgreiche deutsche Modell einer absolut unabhängigen Notenbank engütlige beendet worden. Lediglich der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat in der EZB-Sitzung am 06.09.2012 gegen das Ankaufsprogramm gestimmt. Damit wird klar, dass zwischenzeitlich die früheren Schwachwährungsländer das Ruder in Euroland übernommen haben. Schade, dass Frau Merkel und Herr Schäuble dem nichts entgegenstellt haben. Deshalb sind ja die beiden deutschen EZB-Ratsmitglieder Weber und Stark schon vor über einem Jahr zurückgetreten. Auch Herr Weidmann wird nach der Niederlage des deutschen Stabilitätsmodells meines Erachtens zurücktreten.
Die Sparer bezahlen den Preis
Der Eintausch der D-Mark in Euro wurde den Deutschen noch mit dem Argument einer nach dem Vorbild der Bundesbank aufgesetzten EZB verkauft. Und jetzt ist der Betrug für jeden sichtbar geworden.
Den Preis werden in den nächsten Jahren die Sparer in den früheren Hartwährungsländern bezahlen – Stichwort: Inflation. Damit wird Deutschland zum zweiten Mal für den Euro bezahlen. Gleich nach der Euro-Einführung haben harte Maßnahmen zur Restrukturierung in Deutschland zu einer Stagnation der Realeinkommen und zu einem schwachem Wirtschaftswachstum geführt. Gleichzeitig hat der Rest Europas einen Boom erlebt. Mit der Staatsfinanzierung über die Notenpresse wird über kurz oder lang Inflation produziert, die zum relativen Abbau der Staatsschulden beiträgt und die Ersparnisse teilweise vernichtet. Und viele führende Politiker erzählen immer noch das Märchen, dass Deutschland der große Profiteur der Euroeinführung sei.

Die erste Reaktion der Märkte auf das Ankaufsprogramm war klar: Käufe und damit sinkende Renditen bei den Staatsanleihen der Krisenländer. Verkäufe und steigende Renditen für die deutschen Bundesanleihen. Steigende Aktienkurse, da das Systemrisiko kurzfristig reduziert wird. Der Trend bei den Zinsen wird zunächst so bleiben, da die Erwartungshaltung der Märkte ist, dass den Ankündigungen auch Taten folgen. Die hohen Kurse und damit die niedrigen Renditen, die Bundesanleihen als “sicherer Hafen” seit Monaten haben, werden relatviert. Das heißt, dass mit leicht ansteigenden Zinsen zu rechnen ist.

Immobilienfinanzierungen jetzt mit günstigen Zinsen abschließen
Vor diesem Hintergrund empfehle ich, die exterm niedrigen Zinsen umgehend zu sichern. Auch bei auslaufenden Sollzinsbindungen in den nächsten Monaten und Jahren sollten bereits jetzt neue Zinsvereinbarungen geprüft werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Zinsen veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.