Der Wandel der EZB

Mario Draghi führt nun seit zwölf Monaten die Europäische Zentralbank (EZB). Es ist ihm tatsächlich gelungen, in dieser kurzen Zeit die Rolle des obersten Währungs- und Inflationshüters völlig neu zu definieren. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hat er den europäischen Banken mehr als eine Billion Euro an Liquidität zur Verfügung gestellt. Eigentlich sind ja für solche Maßnahmen die Eigentümer der Banken (also deren Aktionäre) verantwortlich – eventuell auch noch einzelne Staaten durch Verstaatlichung bei dramatischen Entwicklungen. Vor diesem Hintergrund handelt es sich bei der o.g. EZB-Maßnahme um eine extreme Neudefinition der Aufgaben einer Notenbank. Aber es geht noch weiter: Mit der Ankündigung „unbegrenzter“ Aufkäufe von Staatsanleihen schwacher Euroländer hat Mario Draghi im September 2012 noch einen Quantensprung ins Risiko unternommen, um jetzt auch die Liquidität der Staaten zu gewährleisten. Damit gilt Herr Draghi heute als mächtigster Mann Europas. Da stellen sich doch die Fragen: Wer kontrolliert Herrn Draghi eigentlich? In wessen Auftrag handelt er? Die Bilanzsumme der EZB ist von rund einer Billion Euro vor der Krise auf 4 Billionen Euro angewachsen. Und stillschweigend wird von allen Beteiligten in Kauf genommen, dass die Euro-Mitgliedsländer (und damit die Steuerzahler) für die EZB haften! Welche demokratische Legitimation hat die EZB eigentlich für eine Erhöhung der Bilanzsumme um 3 Billionen Euro? Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass mit Axel Weber und Jürgen Stark bereits im Jahre 2011 die glaubhaftesten Repräsentanten der Bundesbank-Tradition in der EZB das Handtuch geworfen haben. Der aktuelle Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist im EZB-Präsidium total isoliert und wird als einziger Opponent gegen die Machtübernahme der Schuldnerländer innerhalb der EZB selbst von deutschen Regierungsmitgliedern als Nörgler dargestellt. Es ist absolut unglaublich, dass Deutschland als der größte Nettozahler und der größte Garantiesteller im Eurosystem de fakto keine Stimme mehr im inzwischen mächtigsten Instrument der Europolitik hat.

Enteignung der Sparer
Die Lösung der europäischen Schuldenkrise wird hauptsächlich über die Gelddruckmaschine der EZB gesucht. Nullzinspolitik soll die Finanzierungskosten der Staaten tief halten und Inflation wird dabei in Kauf genommen bzw. sogar gefördert, um die Staatsschulden zu reduzieren. Dass dabei die Sparer über Anlagezinsen, die deutlich unter der Inflationsrate liegen, kontinuierlich enteignet werden, ist ein Teil des Plans. Da viele Anleger inzwischen den Plan durchschaut haben oder einfach nur Angst um ihr Geld haben, versuchen sie durch den Kauf von knappen Realgütern ihr Geld zu schützen. Deutlich steigende Immobilienpreise in den besten Lagen, ein hoher Goldpreis, steigende Preise bei Kunst und bei Oldtimern, sind die Vorboten einer breiten Bewegung, die kommen wird.

Eine gute Sicherheit ist das Eigenheim
Sie können deshalb weiter von sehr niedrigen Finanzierungszinsen profitieren. Die Investition in das Eigenheim bleibt eine der besten Möglichkeiten für Sicherheit zu sorgen. Die Finanzierung sollte aber auch bei diesen extrem niedrigen Hypothekenzinsen mit einem ordentlichen Eigenkapitalanteil und mit einer Tilgungsleistung von mindestens zwei Prozent strukturiert sein, um in einem Zietraum von 20 bis 25 Jahren die Schuldenfreiheit zu erreichen.

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