Euroland und niedrige Zinsen

Nach dem Ausgang der Wahl in Italien ist klar geworden, dass die Wähler von technokratischen Regierungen, die unter dem Druck der EU eingesetzt wurden um die Krisenländer zu stabilisieren, überhaupt nichts halten.

Sparkurs in Krisenländern ist so nicht durchsetzbar

Mario Monti, der als Krisenmanager zum Ministerpräsidenten eingesetzt wurde, hat gerade mal 10 % der Wählerstimmen gewonnen. Die italienischen Wähler wollen weder Steuererhöhungen, noch Einschnitte ins Sozialsystem, noch Strukturreformen und Liberalisierung. 60 % der Wähler haben ihre Stimme EU- und Euro-kritischen Gruppierungen gegeben. Fast wurde Silvio Berlusconi wieder zum stärksten Spieler, den Verursacher des Reformstaus der letzten zehn Jahre. Egal wie die Regierungsbildung in Italien aussehen wird – es wird Schluss sein mit Sozialabbau. Mit Sicherhiet zur Freude von Herrn Hollande, der ja in Frankreich die gleichen Ziele verfolgt.

Leitzinsen bleiben historisch tief

Wenn nicht Austerität, scharfer Sparkurs sowie Steuererhöhungen der Weg sind, was ist dann die Alternative? Die früheren Mittel der Südländer wie Abwertung der Währung, lockere Geldpolitik und Inflationierung stehen wieder hoch im Kurs. Mit Mario Draghi hat Italien ja schon einmal die Macht in der EZB übernommen und die Notenpresse angeworfen. Damit ist klar,  dass die extreme Niedrigzinspolitik der EZB noch länger fortgeführt wird. Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland werden ebenfalls niedrig bleiben, da weiterhin der deutsche Staatskredit extrem stabil bewertet wird und die Zinsen für die Krisenländer wieder steigen werden. Sollte sich die Wahl in Italien zu einer langen Hängepartie und einem weiteren Ruck Richtung Euro-Kritiker bewegen, so erwarte ich ein Wiederaufflammen der Diskussion über Euro-Aussiege einzelner Länder. Insgesamt wird Deutschland immer mehr isoliert und die Allianz der Südländer wird stärker. Da ist die Frage erlaubt: Wo führen uns die Krisenländer mit ihrer Mehrheit in Eurlonad demnächst hin?

Spekulation auf noch tiefere Zinsen nicht ratsam

Für Baufinanzierungskunden in Deutschland hat die Entwicklung nach wie vor viele Vorteile. Niedrige Zinsen über alle Laufzeiten und stabile beziehungsweise in vielen Städten sogar steigende Immobilienpreise. Trotzdem halte ich die Spekulation auf noch tiefere Zinsen für riskant. Wer ein Immobilienprojekt durchziehen möchte, sollte gerade bei diesen historisch tiefen Zinsen für Kalkulierbarkeit sorgen und je nach seiner eigenen Zielvorstellung der Schuldenfreiheit auf längere Laufzeiten und auch auf höhere Tilgungsraten setzen.

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