Zinsen in USA steigen!

In den USA sind die Leitzinsen der Notenbank nach wie vor bei 0,25 %. Dennoch sind die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen um rund 0,5 %-Punkte auf ca. 2,1 % angestiegen. Und das obwohl die US-amerikanische Notenbank seit mehr als 2 Jahren monatlich Staatsanleihen in Höhe von ca. 45 Milliarden US $ aufkauft. Ein riesen Aufkaufprogramm, das für niedrige Zinsen sorgen und damit die Entwicklung der Konjunktur gestärkt und der Immobilienmarkt stabilisiert werden soll. Zu welchen Ergebnissen führte dieses Programm:

  • Die Banken haben sich aufgrund der günstigen Refinanzierung wieder erholt.
  • Die Konjunktur läuft mit ca. 2,5 % Wachstum ordentlich.
  • Am Immobilienmarkt steigen die Preise wieder, das es wieder Käufer gibt.
  • Die Aktienmärkte stehen auf einem Allzeithoch.

Nun stellt sich die Frage, was passiert eigentlich, wenn die US-amerikanische Notenbank aufhört den Markt für Staatsanleihen zu stützen. Vermutlich wird es nicht genügend Käufer geben, die wie die Notenbank bereit sind negative Realzinsen (Rendite der Staatsanleihen liegt niedriger als die Inflation) zu akzeptieren. “Normale” Investoren unterstellen eine Infaltionserwartung und setzen einen Aufschlag von 1,0 bis 3,0 % als Aufschlag für eine Realverzinsung an. Damit würden die “marktgerechten” Zinsen für die 10-jährigen US-Staatsanleihen heute zwischen 3 und 5 % Rendite liegen. Und nicht bei 1,5 % wie vor ein paar Wochen! Die US-Notenbank hat also ein Problem:  Werden die Aufkäufe eingestellt besteht die Gefahr von hochschnellenden Zinsen.

Die Frage ist nun, wie lange die US-amerikanische Notenbank dieses Spiel noch mitmacht – und vor allem welche weiteren wirtschaftlichen Entwicklungen sich in den nächsten Monaten einstellen. Es bleibt spannend. Allerdings muss jedem klar sein, dass die aktuellen Zinsen künstlich niedrig gehalten werden und nicht einer marktwirtschaftlichen Preisbildung entsprechen.

Zinsänderungsrisiko reduzieren

Sorgen Sie deshalb jetzt für Kalkulationssicherheit und reduzieren Sie Ihr individuelles Zinsänderungsrisiko.  In den nächsten 10 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit von starken Zinsbewegungen sehr groß – vor allem im Hinblick auf die nach wie vor historisch betrachet extrem niedrigen Zinsen. Deshalb:

  • hohe Tilgungen – und zwar direkt ohne Bausparvertrag
  • lange Zinsfestschreibungen (15 oder 20 Jahre Sollzinsbindung)
  • Forwarddarlehen abschließen – also heute die in ein paar Jahren auslaufenden Zinsvereinbarungen jetzt schon verlängern – und das auf Grundlage des aktuellen niedrigen Zinsniveaus
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